Flexodruck oder Offsetdruck? Die besten Verfahren für modernen Etikettendruck

Flexodruck oder Offsetdruck Die besten Verfahren für modernen Etikettendruck

Flexodruck und Offsetdruck sind die beiden dominierenden Verfahren im modernen Etikettendruck. Beide Technologien haben ihre spezifischen Stärken – die Kunst liegt darin, sie intelligent mit aktuellen Innovationen wie LED-UV-Härtung zu kombinieren. Wer heute Labels produziert, steht vor einer paradoxen Herausforderung: Kleinstauflagen mit maximaler Farbbrillanz, komplexe Materialien bei höchster Taktgeschwindigkeit, Nachhaltigkeitsansprüche ohne Kompromisse bei der Haptik.

Flexodruck punktet durch seine materialadaptive Flexibilität. Die elastischen Druckplatten aus Fotopolymer passen sich problemlos strukturierten Oberflächen an – ideal für Textiletiketten oder No-Label-Look-Folien. Moderne CI-Druckwerke (Central Impression) ermöglichen präzise Passerkonstanz auch bei dünnen Trägermaterialien. Der Clou: Mit LED-UV-Härtung verkürzen sich Trocknungszeiten auf Millisekunden. Direkt nach dem Druck können Etiketten geschnitten, veredelt oder konfektioniert werden. Kein Warten mehr auf oxidative Trocknung, keine Lösemittelemissionen.

Offsetdruck behauptet sich im Highend-Segment durch unerreichte Farbnuancen. Die indirekte Druckübertragung über Gummituchzylinder kompensiert Materialunebenheiten – perfekt für glänzende Weinflaschenetiketten oder metallisierte Verpackungsoberflächen. Hybridmaschinen kombinieren Offset- mit Siebdruckeinheiten für deckende Weißschichten oder Effektlacke. Mit UV-Hybridfarben und LED-Härtung erreicht man hier Glanzwerte von über 90 Einheiten.

Die eigentliche Revolution spielt sich in der Trocknungstechnik ab. Herkömmliche Quecksilberdampflampen verlieren gegenüber LED-UV-Systemen an Boden. 365 nm Wellenlänge härten Kationen in Sekundenbruchteilen aus, selbst auf temperaturempfindlichen PE-Folien. Die Energieeffizienz überzeugt: Bis zu 70% weniger Stromverbrauch bei doppelter Lebensdauer. Keine Ozonbildung, keine Wärmeentwicklung – ein Gamechanger für dünne Duo-Folien oder thermosensitive Security-Labels.

Narrow-Web-Anlagen profitieren besonders von der Technologiekonvergenz. 370 mm Zylinderbreite genügen, um im Durchlaufverfahren Etiketten mit Kaltfolienprägung, Relieflack und Tastmarken zu produzieren. Entscheidend ist die Prozesskontrolle: Mit Inline-Spektralfotometern messen Sensoren Farbdichte und ΔE-Werte in Echtzeit. Machine-Learning-Algorithmen gleichen Viskositätsänderungen der Farben automatisch aus.

Materialinnovationen treiben beide Druckverfahren voran. PCR-Folien aus recyceltem Kunststoff benötigen spezielle Corona-Vorbehandlung für optimale Haftung. Kompostierbare Celluloseacetat-Etiketten erfordern wasserbasierte Flexofarben mit Lebensmittelzulassung. Hier zeigt der Offsetdruck seine Grenzen – zu langsam bei Substratwechseln, zu aufwendig in der Farbbalance.

Die Wahl zwischen Flexo- und Offsetdruck hängt vom konkreten Anwendungsfall ab. Kurze Auflagen mit Sonderfarben? Digitaler Hybrid-Offset überzeugt durch schnellen Plattenwechsel. Hochtransparente PE-Etiketten für Shampooflaschen? Flexodruck mit inline Extrusionsbeschichtung. Entscheidend ist die Integration der LED-UV-Technik: Sie macht beide Verfahren schneller, umweltfreundlicher und materialkompatibler.

Wer heute in Etikettendruck investiert, setzt auf modulare Anlagen. Kombinieren Sie Flexo-Druckwerke für Grundfarben mit Offset-Einheiten für Feinstrukturen. Integrieren Sie Plasma-Vorbehandlung direkt vor der Druckzone. Nutzen Sie die Vorteile von Hybridfarben – UV-härtend für Deckschichten, wasserbasiert für Untergründe. Vergessen Sie nicht die Peripherie: Schneidplotter mit Vision-Systemen, die selbst mikrometergenaue Stanzkonturen erfassen.

Am Ende zählt das Zusammenspiel von Technik und Kreativität. Ob matte Soft-Touch-Oberflächen für Craft-Bier-Etiketten oder holografische Sicherheitsmerkmale für Pharmaprodukte – moderne Druckverfahren machen (fast) alles möglich. Die eigentliche Kunst besteht darin, Flexodruck und Offsetdruck nicht als Konkurrenten, sondern als komplementäre Werkzeuge zu begreifen. Mit der richtigen Prozesskombination entstehen Etiketten, die nicht nur informieren, sondern Emotionen transportieren.

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