Der Etikettendruck ist ein dynamisches Feld. Unternehmen suchen ständig nach Wegen, ihre Produktion effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Zwei Technologien dominieren dabei die Diskussion, wenn es um UV-Härtung geht: der traditionelle Quecksilber-UV-Druck und die moderne LED-UV-Härtung im Flexodruck. Doch was sind die wahren Unterschiede und welche Vorteile ergeben sich daraus für Sie als Druckerei oder Markenartikler? Tauchen wir tief in die Materie ein.
Die Grundlage: UV-Härtung im Druck
Bevor wir die beiden Systeme vergleichen, ist es hilfreich, das Prinzip der UV-Härtung zu verstehen. Bei diesem Prozess werden spezielle Tinten, Lacke oder Beschichtungen durch energiereiches ultraviolettes Licht augenblicklich ausgehärtet (polimerisiert). Das bedeutet, die flüssige Tinte wird in Sekundenschnelle fest. Dies ermöglicht hohe Druckgeschwindigkeiten und sofortige Weiterverarbeitung. Im Gegensatz zu lösungsmittelbasierten Tinten, die verdunsten müssen, oder wasserbasierten Tinten, die trocknen, setzt UV-Härtung keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) frei. Das macht sie umweltfreundlicher.
Quecksilber-UV: Der bewährte Klassiker
Quecksilberdampflampen sind seit Jahrzehnten der Standard in der UV-Härtung. Sie emittieren Licht über ein breites Spektrum, das die für die Aushärtung notwendigen Wellenlängen enthält. Diese Technologie ist ausgereift und kostengünstig in der Anschaffung. Für viele Anwendungen liefert sie zuverlässige Ergebnisse.
Die Nachteile von Quecksilber-UV sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Diese Lampen erzeugen eine erhebliche Menge an Wärme. Diese Wärme kann das Bedruckmaterial – besonders dünne Folien oder empfindliche Papiere – thermisch belasten. Das kann zu Verformungen oder anderen Qualitätsmängeln führen. Außerdem benötigen Quecksilberlampen eine längere Aufheizzeit, bis sie ihre volle Leistung erreichen. Das bedeutet Wartezeiten beim Druckstart.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Energieverbrauch. Quecksilberlampen sind relativ ineffizient. Ein Großteil der Energie wird in Wärme umgewandelt, nicht in nützliches UV-Licht. Dies schlägt sich in höheren Betriebskosten nieder. Und nicht zuletzt ist die Lebensdauer von Quecksilberlampen begrenzt. Sie müssen regelmäßig ausgetauscht werden, was zusätzliche Kosten und Wartungsaufwand bedeutet. Die Entsorgung der ausgedienten Lampen ist zudem umwelttechnisch anspruchsvoll, da sie Quecksilber enthalten.
LED-UV: Die technologische Evolution
Hier kommt die LED-UV-Technologie ins Spiel. LED steht für Light Emitting Diode. Diese Halbleiter emittieren Licht in sehr spezifischen Wellenlängenbereichen. Im Druckbereich werden typischerweise Wellenlängen um 365 nm, 385 nm, 395 nm oder 405 nm eingesetzt. Diese Wellenlängen sind genau auf die Fotoinitiatoren in den speziellen LED-UV-Tinten abgestimmt.
Die Vorteile der LED-UV-Härtung im Flexodruck sind vielfältig und überzeugen auf ganzer Linie. Erstens ist die Wärmeentwicklung deutlich geringer. Dies schont das Druckmaterial und ermöglicht den Druck auf einer breiteren Palette von Substraten, einschließlich hitzeempfindlicher Materialien. Das eröffnet neue Möglichkeiten für kreative und innovative Etiketten.
Zweitens sind LED-UV-Systeme sofort einsatzbereit. Sie haben keine Aufheizzeit. Das bedeutet einen schnelleren Auftragswechsel und mehr Flexibilität im Produktionsablauf. Die Betriebsbereitschaft ist sofort gegeben.
Drittens ist der Energieverbrauch von LED-UV-Systemen bemerkenswert gering. Da die Emission auf die benötigten Wellenlängen konzentriert ist und kaum Wärme entsteht, ist die Energieeffizienz um ein Vielfaches höher als bei Quecksilberlampen. Dies senkt die Stromkosten erheblich und leistet einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit des Druckprozesses.
Viertens haben LEDs eine extrem lange Lebensdauer, oft Zehntausende von Betriebsstunden. Das reduziert den Wartungsaufwand und eliminiert die Notwendigkeit häufiger Lampenwechsel. Die Betriebskosten werden dadurch weiter gesenkt. Auch die Entsorgung ist unproblematischer, da keine gefährlichen Stoffe wie Quecksilber enthalten sind.
LED-UV im Flexodruck: Die perfekte Symbiose
Der Flexodruck, insbesondere im Bereich des schmalbahnigen Etikettendrucks, profitiert enorm von der LED-UV-Technologie. Die Präzision und Vielseitigkeit des Flexodrucks wird durch die Vorteile der LED-Härtung noch weiter gesteigert.
Die Möglichkeit, auf einer breiten Palette von Materialien zu drucken, ist ein entscheidender Faktor. Von glänzenden Folien bis hin zu matten Papieren – hitzeempfindliche Substrate sind kein Hindernis mehr. Dies eröffnet Marken neue Wege für ansprechendes Verpackungsdesign.
Die sofortige Härtung erlaubt extrem hohe Druckgeschwindigkeiten, die für den wettbewerbsintensiven Etikettenmarkt unerlässlich sind. Kurze Auftragszeiten und schnelle Produktionszyklen werden Realität. Dies bedeutet eine höhere Produktivität und eine verbesserte Lieferfähigkeit.
Die Umweltfreundlichkeit ist ein weiterer Pluspunkt. Geringerer Energieverbrauch und der Verzicht auf VOCs tragen zu einer grüneren Produktion bei. Viele Unternehmen legen heute großen Wert auf Nachhaltigkeit. Mit LED-UV-Flexodruck können Sie dies Ihren Kunden demonstrieren.
Für den Offsetdruck gilt Ähnliches, auch wenn die spezifischen Herausforderungen bei der Substratwahl und der Wärmeentwicklung hier anders gelagert sein können als im Flexodruck. Dennoch sind die generellen Vorteile von LED-UV – Energieeffizienz, Langlebigkeit und geringe Wärmeentwicklung – auch im Offsetdruck von großem Wert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Umstellung auf LED-härtenden Flexodruck (und auch Offsetdruck) eine strategische Entscheidung für die Zukunft ist. Die Technologie bietet klare Vorteile in Bezug auf Effizienz, Materialflexibilität, Kostenersparnis und Nachhaltigkeit. Während Quecksilber-UV-Systeme ihren Platz in der Geschichte des Drucks haben, sind sie technologisch überholt. LED-UV repräsentiert den modernen Standard für eine zukunftssichere und profitable Etikettenproduktion. Die Investition in LED-UV ist eine Investition in eine sauberere, schnellere und kostengünstigere Druckzukunft.




