Die Wahl des richtigen LED-Härtungssystems ist für Druckereien entscheidend. Moderne Druckverfahren wie Etikettendruck, Flexodruck und Offsetdruck profitieren enorm von der LED-UV-Technologie. Diese Systeme bieten eine effizientere und umweltfreundlichere Aushärtung von Druckfarben und Lacken. Gerade im schmalbahnigen Druck, wo Geschwindigkeit und Präzision zählen, spielt die LED-Technik ihre Stärken aus.
Was ist LED-UV-Härtung und warum ist sie wichtig?
UV-Härtung, auch UV-Trocknung genannt, ist ein Prozess, bei dem flüssige Druckfarben oder Lacke durch UV-Licht in feste Oberflächen umgewandelt werden. Traditionell kamen Quecksilberdampflampen zum Einsatz. Diese sind jedoch energieintensiv und erzeugen viel Wärme. LED-UV-Systeme nutzen spezielle LEDs, die UV-Licht in einem schmalen Wellenlängenbereich aussenden. Dieses Licht initiiert chemische Reaktionen in den fotointensiven Druckmaterialien. Das Ergebnis ist eine sofortige Aushärtung.
Die Vorteile sind vielfältig. LED-Härtungssysteme verbrauchen deutlich weniger Energie als herkömmliche UV-Lampen. Sie emittieren kaum Wärme, was empfindliche Substrate schont. Dies ist besonders im schmalbahnigen Druck von Vorteil. Viele Druckmaterialien, wie dünne Kunststoffe oder spezielle Papiere, können sonst durch übermäßige Hitze beschädigt werden. LED-Systeme haben zudem eine deutlich längere Lebensdauer und sind wartungsärmer. Sie starten und stoppen sofort, was den Ausschuss reduziert.
Anwendungsbereiche in der Druckindustrie
- Etikettendruck: Der Etikettendruck ist ein Kernbereich für LED-UV-Systeme. Hier müssen Farben und Lacke schnell und sicher aushärten. Dies ermöglicht eine hohe Produktionsgeschwindigkeit. Ob auf Papier, Folien oder speziellen Materialien – die LED-Härtung sorgt für brillante Farben und kratzfeste Oberflächen. Die geringe Wärmeentwicklung schützt auch dünnste Etikettenmaterialien.
- Flexodruck: Im Flexodruck ist die LED-UV-Härtung ebenfalls ein großer Fortschritt. Schnelle Bahngeschwindigkeiten und der Einsatz unterschiedlicher Druckmaterialien erfordern eine zuverlässige und sofortige Aushärtung. LED-Systeme sind hier besonders vorteilhaft, da sie sehr kompakt sind und sich gut in bestehende Flexodruckmaschinen integrieren lassen. Die präzise Steuerung der Wellenlänge ist wichtig für die Aushärtung spezieller Flexofarben.
- Offsetdruck (Schmalbahn/Narrow Web): Auch im schmalbahnigen Offsetdruck gewinnt die LED-UV-Technologie an Bedeutung. Hier ermöglicht sie das Drucken auf nicht-saugfähigen Materialien wie Folien. Die sofortige Aushärtung verhindert ein Verfärben der Farben auf der Druckplatte. Es erlaubt auch das Drucken von Mehrfarbbildern ohne Zwischenarretierung. Die Effizienzgewinne durch geringeren Energieverbrauch und Wartungsaufwand sind erheblich.
- Schmalbahniger Druck im Allgemeinen: Der schmalbahnige Druck umfasst alle Druckverfahren, die für schmale Materialbreiten konzipiert sind. Dazu gehören oft Etiketten und flexible Verpackungen. Die Platzersparnis der LED-Systeme ist hier ein großer Vorteil. Sie lassen sich leicht in bestehende Druckwerke integrieren. Die schnelle und gleichmäßige Aushärtung über die gesamte Bahnbreite ist essenziell für eine hohe Druckqualität.
Worauf sollten Druckereien bei der Auswahl achten?
Die Auswahl des optimalen LED-Härtungssystems erfordert eine sorgfältige Prüfung mehrerer Faktoren.
- Wellenlänge und Intensität: LEDs emittieren Licht in spezifischen Wellenlängen. Die gebräuchlichsten sind 365 nm, 385 nm, 395 nm und 405 nm. Die Wahl der Wellenlänge muss zur verwendeten UV-härtenden Farbe oder zum Lack passen. Moderne Farben sind oft für 365 nm oder 395 nm optimiert. Die Intensität des Lichts, gemessen in W/cm², bestimmt die Geschwindigkeit der Aushärtung. Eine höhere Intensität ermöglicht höhere Druckgeschwindigkeiten.
- Größe und Integration: Das System muss physisch in die Druckmaschine passen. Die Größe der Härtungszone ist ebenfalls wichtig. Bei schmalbahnigen Druckmaschinen sind kompakte Bauformen entscheidend. Die Einfachheit der Integration in bestehende Druckwerke sollte bedacht werden.
- Kühlungsanforderungen: Obwohl LEDs weniger Wärme erzeugen, benötigen sie dennoch Kühlung. Luftkühlung ist üblich, manchmal wird auch Wasserkühlung eingesetzt. Die gewählte Kühlmethode sollte zur Druckumgebung passen und keine zusätzlichen Probleme verursachen.
- Energieeffizienz und Betriebskosten: Vergleichen Sie den Energieverbrauch verschiedener Systeme. Niedrigere Betriebskosten sind ein wichtiger Faktor für die Rentabilität. Die lange Lebensdauer der LEDs reduziert zudem die Kosten für Lampenwechsel.
- Hersteller und Support: Wählen Sie einen renommierten Hersteller mit gutem technischen Support. Ersatzteile und Service sollten leicht verfügbar sein. Ein zuverlässiger Partner ist für den reibungslosen Betrieb unerlässlich.
- Sicherheit: Achten Sie auf die Sicherheitseinrichtungen des Systems. Schutzvorrichtungen gegen UV-Strahlung sind Standard. Die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften ist oberstes Gebot.
Zukunftsausblick für LED-UV in der Druckerei
Die LED-UV-Härtungstechnologie entwickelt sich stetig weiter. Höhere Intensitäten, optimierte Wellenlängen und noch effizientere Systeme werden erwartet. Dies wird den Druckprozess weiter beschleunigen und neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Insbesondere im Bereich des nachhaltigen Druckens bietet LED-UV klare Vorteile durch den reduzierten Energieverbrauch und die Vermeidung von flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs). Druckereien, die heute auf LED-UV setzen, positionieren sich zukunftssicher für die Anforderungen des Marktes. Die Investition in moderne LED-Härtungssysteme ist somit eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der Druckerei.




