Die Druckindustrie ist einem stetigen Wandel unterworfen, und der Schmalbahndruck bildet da keine Ausnahme. Hersteller von Etiketten und Verpackungen stehen unter dem Druck, höhere Auflagen schneller, kostengünstiger und mit einer noch größeren Vielfalt an Materialien und Veredelungen zu produzieren. Hier spielt die moderne LED-UV-Härtungstechnologie eine entscheidende Rolle bei der Leistungssteigerung im Flexodruck. Sie revolutioniert etablierte Prozesse und eröffnet neue Möglichkeiten für Druckereien, die wettbewerbsfähig bleiben wollen.
Die Grundlagen des Schmalbahndrucks
Bevor wir uns den Vorteilen der LED-UV-Härtung widmen, ist ein kurzer Blick auf die Charakteristika des Schmalbahndrucks unerlässlich. Im Gegensatz zum Bogendruck werden hier Materialbahnen mit einer Breite von typischerweise bis zu 500 mm bedruckt. Dies umfasst hauptsächlich Etiketten für Lebensmittel, Getränke, Pharmazeutika, Kosmetika sowie flexible Verpackungsmaterialien. Der Flexodruck hat sich in diesem Segment aufgrund seiner Vielseitigkeit und Effizienz durchgesetzt. Er basiert auf flexiblen Klischees, die erhabene Druckformen aufweisen. Diese Klischees werden mit Farbe eingefärbt und übertragen das Motiv direkt auf das Substrat.
Traditionelle UV-Härtung im Flexodruck
Die UV-Härtung ist seit langem ein integraler Bestandteil des Flexodrucks. Sie ermöglicht ein schnelles Trocknen der Druckfarbe auf dem Substrat, was zu höheren Druckgeschwindigkeiten und einer sofortigen Weiterverarbeitung führt. Herkömmliche UV-Härtungssysteme nutzen Quecksilberdampflampen. Diese Lampen emittieren UV-Licht, das photochemische Reaktionen in der Druckfarbe auslöst und diese sofort aushärtet. Zwar sind diese Systeme über Jahrzehnte erprobt, bergen aber auch Nachteile.
Die Nachteile traditioneller UV-Lampen
Quecksilberdampflampen erzeugen einen erheblichen Teil ihrer Energie als Wärme, was zu einer thermischen Belastung des empfindlichen Substrats führen kann. Dies ist besonders problematisch bei dünnen Folien oder wärmeempfindlichen Etikettenmaterialien. Die hohe Betriebstemperatur erfordert zudem eine aufwendige Kühlung der Druckmaschine und der Umgebung. Die Lebensdauer dieser Lampen ist begrenzt, und ihr Austausch ist kostspielig. Darüber hinaus enthalten sie Quecksilber, was ökologische und sicherheitstechnische Bedenken mit sich bringt. Die Energieeffizienz ist ebenfalls ein wichtiger Punkt; ein Großteil der Energie wird nicht in UV-Licht umgewandelt.
Die LED-UV-Härtungstechnologie: Eine Revolution
Moderne LED-UV-Härtungssysteme bieten eine intelligente und leistungsstarke Alternative zu herkömmlichen Quecksilberdampflampen. LED (Light Emitting Diode) ist eine Halbleitertechnologie, die Licht durch die Bewegung von Elektronen erzeugt. Im Druckbereich werden spezifische Wellenlängen des UV-Spektrums emittiert, die optimal auf die Aushärtung von UV-härtenden Farben abgestimmt sind.
Vorteile der LED-UV-Härtung im Schmalbahndruck
Die Vorteile der LED-UV-Härtungstechnologie im Schmalbahndruck sind vielfältig und überzeugend:
- Geringere Wärmeentwicklung: LEDs emittieren ein konzentriertes UV-Spektrum mit deutlich weniger Infrarot-Strahlung. Dies bedeutet eine drastisch reduzierte Wärmeabgabe auf das Substrat. Dies ermöglicht den Druck auf einer breiteren Palette von Materialien, einschließlich empfindlicher Kunststoffe und dünner Folien, ohne Verformung oder Beschädigung.
- Energieeffizienz: LEDs sind weitaus energieeffizienter als Quecksilberdampflampen. Sie verbrauchen bis zu 70-80% weniger Energie, um die gleiche UV-Leistung zu erzielen. Dies senkt die Betriebskosten erheblich und trägt zur Nachhaltigkeit des Druckprozesses bei.
- Längere Lebensdauer: Die Lebensdauer von LEDs ist um ein Vielfaches länger als die von Quecksilberdampflampen. Während Quecksilberlampen regelmäßig ausgetauscht werden müssen, können LEDs Zehntausende von Stunden Betrieb leisten. Dies reduziert Wartungskosten und Stillstandzeiten.
- Sofortiges Ein- und Ausschalten: LEDs können sofort ein- und ausgeschaltet werden, ohne Aufwärm- oder Abkühlphasen. Dies ist besonders vorteilhaft in Druckmaschinen mit vielen Druckwerken, wo nicht jedes Werk permanent aktiv sein muss. Es spart Energie und reduziert thermische Belastung.
- Gleichmäßigere und konsistentere Härtung: Moderne LED-Systeme bieten eine sehr gleichmäßige Lichtverteilung über die gesamte Druckbreite. Dies führt zu einer konsistenteren Aushärtung der Farbe und damit zu einer höheren Druckqualität und Haltbarkeit.
- Kompakte Bauweise: LED-Härtungseinheiten sind in der Regel kompakter als herkömmliche UV-Systeme. Dies erleichtert die Integration in bestehende oder neue Druckmaschinen, insbesondere bei Maschinen mit vielen Druckwerken oder Sonderausstattungen.
- Umweltfreundlichkeit: Der Verzicht auf Quecksilber ist ein bedeutender Umweltvorteil. LEDs sind zudem recycelbar und tragen zu einer umweltfreundlicheren Produktion bei.
Anwendungsbereiche und Substratvielfalt
Die Anwendungsmöglichkeiten der LED-UV-Härtung im Schmalbahndruck sind breit gefächert. Sie ermöglicht den Druck auf einer Vielzahl von Substraten:
- Papier und Karton: Für Etiketten, Faltschachteln und Bogenmaterialien.
- Kunststofffolien: PP, PE, PET, PVC und andere für flexible Verpackungen und Etiketten.
- Spezialmaterialien: Metallisierte Papiere, Folien mit besonderer Haptik oder Oberflächenstruktur.
Besonders im Bereich der Etiketten für anspruchsvolle Anwendungen wie Weinetiketten, Luxusgüter oder pharmazeutische Produkte, wo eine hohe Druckqualität und besondere Veredelungen gefordert sind, spielt die LED-UV-Härtung ihre Stärken aus. Auch im Bereich der hochwertigen Lebensmittelverpackungen, wo die Einhaltung strenger Hygienevorschriften und die Langlebigkeit der Drucke entscheidend sind, ist sie eine bevorzugte Lösung.
Flexodruck vs. Offsetdruck in der Schmalbahn
Während der Flexodruck im Schmalbahndruck dominiert, wird der Offsetdruck, insbesondere der Trockenoffset, ebenfalls für bestimmte Anwendungen eingesetzt. Die Anforderungen an die Härtung sind jedoch in beiden Verfahren ähnlich. LED-UV-Härtung bietet auch hier Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit, Substratvielfalt und Energieeffizienz. Die Fähigkeit, auf einer breiten Palette von Materialien mit geringer Wärmeentwicklung zu drucken, ist ein entscheidender Faktor für beide Druckverfahren.
Die Rolle der Druckfarbe und des Klischees
Die Umstellung auf LED-UV-Härtung erfordert auch eine Überprüfung der eingesetzten Druckfarben und Druckformen. Speziell formulierte LED-UV-härtende Farben sind notwendig, um die effiziente Aushärtung durch die spezifischen Wellenlängen der LEDs zu gewährleisten. Diese Farben sind oft lösemittelfrei und tragen zur Verbesserung der Arbeitsplatzqualität bei. Ebenso müssen die Klischees für die LED-UV-Härtung geeignet sein. Die Materialwahl und die Dicke des Klischees können die Lichtdurchlässigkeit beeinflussen, und es ist ratsam, hier auf Empfehlungen der Hersteller zu achten.
Zukunftsausblick und Fazit
Die LED-UV-Härtungstechnologie ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern eine etablierte und sich stetig weiterentwickelnde Technologie, die den Schmalbahndruck maßgeblich beeinflusst. Die gesteigerte Effizienz, die verbesserte Druckqualität und die erweiterten Materialmöglichkeiten machen sie zu einer unverzichtbaren Komponente für moderne Druckereien. Wer die Leistung seiner Flexodruckmaschine steigern, Kosten senken und neue Marktsegmente erschließen möchte, kommt an der Implementierung von LED-UV-Härtungssystemen kaum vorbei. Sie ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer schnelleren, nachhaltigeren und flexibleren Etiketten- und Verpackungsproduktion. Die Investition in diese Technologie zahlt sich durch geringere Betriebskosten, höhere Produktivität und die Fähigkeit, den wachsenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, schnell aus.




