Die Nachfrage nach hochwertigen und individualisierten Etiketten steigt stetig. Dies stellt die Etikettenproduzenten vor die Herausforderung, effizienter, flexibler und nachhaltiger zu produzieren. Gerade im Bereich des Narrow-Web-Drucks, der für Etiketten und flexible Verpackungen dominiert, eröffnen sich durch den Einsatz von LED-UV-Härtungstechnologie und innovativen Flexodruckverfahren neue Horizonte. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Trends und deren Einfluss auf die effiziente Etikettenproduktion.
Die Evolution des Flexodrucks im Narrow-Web-Segment
Der Flexodruck hat sich seit seiner Entstehung kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute ein Eckpfeiler der Etiketten- und Verpackungsindustrie. Insbesondere im Narrow-Web-Bereich, der Druckbreiten von wenigen Zentimetern bis zu etwa 50 Zentimetern umfasst, spielt der Flexodruck seine Stärken aus. Seine Fähigkeit, auf einer Vielzahl von Materialien wie Papier, Folien und verschiedenen Kunststoffen zu drucken, macht ihn äußerst vielseitig. Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Druckplatten, Druckfarben und Maschinen hat zu einer beeindruckenden Druckqualität geführt, die heute mit anderen Druckverfahren wie dem Offsetdruck mithalten kann.
Die mechanische Einfachheit und die hohen Geschwindigkeiten des Flexodrucks ermöglichen eine wirtschaftliche Produktion, insbesondere bei mittleren bis hohen Auflagen. Doch die Branche steht vor neuen Herausforderungen. Kundenwünsche nach kürzeren Lieferzeiten, kleineren Auflagen und einer größeren Vielfalt an Veredelungen erfordern eine noch höhere Flexibilität und Effizienz von den Druckereien.
LED-UV-Härtung: Ein Gamechanger für Effizienz und Nachhaltigkeit
Ein zentraler Treiber für die Effizienzsteigerung im Narrow-Web-Flexodruck ist die Umstellung von traditionellen Quecksilberdampflampen auf LED-UV-Härtungssysteme. Diese Technologie bietet eine Reihe signifikanter Vorteile, die sich direkt auf die Produktionskosten und die Umweltbilanz auswirken.
Erstens verbrauchen LED-UV-Systeme deutlich weniger Energie als ihre Vorgänger. Dies führt zu spürbaren Einsparungen bei den Betriebskosten. Zweitens erreichen LEDs ihre volle Leistung sofort nach dem Einschalten. Dies eliminiert lange Aufheiz- und Abkühlzeiten, was den Durchsatz erhöht und Wartezeiten reduziert. Drittens emittieren LEDs kaum Wärme, was die Belastung für das Bedruckmaterial reduziert. Dies ermöglicht den Druck auf wärmeempfindliche Substrate, die mit herkömmlichen UV-Härtungssystemen problematisch wären.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Langlebigkeit der LED-Lampen. Sie haben eine deutlich längere Lebensdauer als Quecksilberdampflampen, was die Wartungskosten und die Notwendigkeit von Lampenwechseln reduziert. Zudem enthalten LED-Systeme keine gefährlichen Stoffe wie Quecksilber, was die Entsorgung vereinfacht und die Umweltfreundlichkeit erhöht.
Neue Farb- und Veredelungsmöglichkeiten durch LED-UV-Technologie
Die fortschreitende Entwicklung von LED-härtenden Druckfarben hat die Möglichkeiten im Etikettendruck revolutioniert. Diese Farben sind speziell formuliert, um unter der spezifischen Wellenlänge von LED-Licht schnell und vollständig auszuhärten. Dies ermöglicht nicht nur schnellere Druckgeschwindigkeiten, sondern auch eine höhere Farbbrillanz und Schärfe.
Die verbesserte Aushärtung führt zu einer besseren Kratzfestigkeit und Chemikalienbeständigkeit der Drucke. Dies ist besonders wichtig für Etiketten, die rauen Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind, wie beispielsweise in der Lebensmittel-, Getränke- oder Chemieindustrie. Die breitere Palette an verfügbaren LED-UV-Farben, einschließlich Spezialfarben wie Weiß, Metallic- und Sicherheitsfarben, erweitert das Spektrum der gestalterischen und funktionalen Veredelungen erheblich.
Neben den Farben ermöglichen moderne LED-UV-Lacke und Klebstoffe eine Vielzahl von Veredelungseffekten direkt in der Druckmaschine. Dies reicht von glänzenden und matten Oberflächen über strukturierte Effekte bis hin zu haptischen Veredelungen. Durch die Integration dieser Prozesse in den Flexodruck können Druckereien komplexe Etiketten mit mehreren Veredelungsstufen in einem einzigen Durchgang produzieren. Dies spart Zeit, reduziert Ausschuss und senkt die Gesamtkosten pro Etikett.
Der Offsetdruck im Narrow-Web-Bereich: Eine Ergänzung zum Flexodruck
Während der Flexodruck im Narrow-Web-Segment dominiert, hat sich auch der Offsetdruck in diesem Bereich etabliert und bietet spezifische Vorteile. Der Offsetdruck ist bekannt für seine hervorragende Rasterwiedergabe und die Möglichkeit, feine Details und Farbverläufe präzise darzustellen. Dies macht ihn ideal für Etiketten mit anspruchsvollen Bildmotiven und Farbverläufen, bei denen höchste Druckqualität gefordert ist.
Moderne Offsetdruckmaschinen für den Narrow-Web-Bereich sind oft modular aufgebaut und können mit verschiedenen Druckwerken und Veredelungsmodulen konfiguriert werden. Die Integration von UV- oder LED-UV-Härtungseinheiten ist hier ebenfalls Standard, um schnelle Trocknung und eine sofortige Weiterverarbeitung der Etiketten zu ermöglichen.
Für Druckereien, die ein breites Spektrum an Etikettenproduktionen abdecken, kann die Kombination aus Flexo- und Offsetdrucktechnologie eine strategisch sinnvolle Entscheidung sein. So können sie die jeweiligen Stärken beider Verfahren optimal nutzen. Flexo eignet sich besonders für hohe Auflagen, den Druck auf Folien und die einfache Veredelung, während Offsetdruck für detailreiche Designs und hohe Druckqualitäten punktet.
Automatisierung und Digitalisierung als Schlüssel zur Effizienzsteigerung
Die Digitalisierung schreitet auch in der Druckindustrie unaufhaltsam voran. Im Narrow-Web-Etikettendruck spielen Automatisierung und digitale Workflows eine entscheidende Rolle für die Effizienzsteigerung.
Moderne Druckmaschinen sind mit intelligenten Steuerungs- und Überwachungssystemen ausgestattet, die eine präzise Kontrolle aller Druckparameter ermöglichen. Automatisierte Farbwechselsysteme, automatische Registerhaltungen und integrierte Qualitätskontrollsysteme reduzieren manuellen Aufwand und minimieren Fehler. Dies führt zu einer höheren Produktivität und geringeren Rüstzeiten.
Die digitale Anbindung von Vorstufe, Drucksaal und Weiterverarbeitung optimiert den gesamten Produktionsprozess. Von der Auftragsannahme über die Druckformherstellung bis hin zum Versand können alle Schritte digital gesteuert und überwacht werden. Dies erhöht die Transparenz, reduziert Kommunikationsfehler und beschleunigt die Durchlaufzeiten.
Darüber hinaus ermöglichen digitale Workflows eine effiziente Handhabung von individualisierten Etiketten und Kleinauflagen. Die Kombination von digitalen Druckmaschinen mit flexiblen Verarbeitungsmodulen wird immer wichtiger. Hier kann der digitale Druck seine Stärken in Bezug auf schnelle Auftragswechsel und variable Daten ausspielen.
Fazit: Die Zukunft der Narrow-Web Etikettenproduktion
Die Etikettenproduktion im Narrow-Web-Segment befindet sich in einem rasanten Wandel. Die Integration von LED-UV-Härtungstechnologie im Flexodruck ist dabei ein entscheidender Faktor für mehr Effizienz, höhere Qualität und gesteigerte Nachhaltigkeit. Die Kombination mit fortschrittlichen Farb- und Veredelungsoptionen eröffnet neue gestalterische und funktionale Möglichkeiten.
Gleichzeitig ergänzt der Offsetdruck im Narrow-Web-Bereich das Portfolio für anspruchsvolle Druckanwendungen. Die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung aller Prozessschritte sind unverzichtbar, um den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Druckereien, die diese Trends aufgreifen und in moderne Technologien investieren, werden bestens gerüstet sein, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern und ihren Kunden innovative und wirtschaftliche Etikettenlösungen anzubieten.




