Warum LED-UV-Systeme im Schmalbahndruck konstante Farbergebnisse ermöglichen

Warum LED-UV-Systeme im Schmalbahndruck konstante Farbergebnisse ermöglichen

In der modernen Druckindustrie, insbesondere im Schmalbahndruck, ist die Farbkonsistenz das entscheidende Qualitätsmerkmal. Kunden aus der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie verlangen absolute Präzision. Jede Abweichung im Farbton zwischen dem ersten und dem millionsten Etikett kann zu Reklamationen führen. Hier setzen LED-UV-Systeme an. Sie haben die Art und Weise, wie wir über UV-Härtung im Flexo- und Offsetdruck denken, grundlegend verändert.

Die technologische Überlegenheit der LED-UV-Härtung

Herkömmliche UV-Systeme arbeiten mit Quecksilberdampflampen. Diese emittieren ein breites Lichtspektrum, das neben der benötigten UV-Strahlung auch eine enorme Menge an Infrarotstrahlung (Wärme) erzeugt. Diese Wärme ist im Schmalbahndruck oft kontraproduktiv. LED-UV-Systeme hingegen konzentrieren ihre Energie auf einen sehr schmalen Wellenlängenbereich, meist 385 oder 395 Nanometer.

Diese spektrale Reinheit ist der erste Baustein für konstante Farbergebnisse. Da die LEDs keine Aufwärmphase benötigen und sofort ihre volle Leistung erreichen, entfallen Farbschwankungen während der Anlaufphase der Druckmaschine. Bei konventionellen Lampen verändert sich das Spektrum und die Intensität oft mit zunehmender Betriebstemperatur, was die chemische Reaktion der Druckfarben beeinflusst.

Thermische Stabilität und ihre Auswirkung auf das Substrat

Ein kritischer Faktor im Etikettendruck ist die thermische Belastung des Bedruckstoffs. Viele moderne Etiketten bestehen aus dünnen, hitzeempfindlichen Folien wie PE, PP oder BOPP. Wenn eine konventionelle UV-Lampe hohe Mengen an Infrarotstrahlung auf diese Folien abgibt, dehnt sich das Material aus.

Schon eine minimale Dehnung verändert das Register zwischen den einzelnen Druckwerken. Im Flexodruck führt dies zu einem unsauberen Punktaufbau und damit zu einer Verschiebung des optischen Farbeindrucks. LED-UV-Systeme sind „kaltes Licht“. Da der Wärmeeintrag in die Bahn minimal ist, bleibt das Substrat dimensionsstabil. Die Bahnspannung lässt sich präziser steuern, und der Farbauftrag bleibt über die gesamte Lauflänge identisch.

Konstante Strahlungsleistung über die Lebensdauer

Ein oft unterschätztes Problem klassischer UV-Strahler ist die Degradation. Quecksilberlampen verlieren bereits nach wenigen hundert Betriebsstunden signifikant an Strahlungsleistung. Zudem verschmutzen die Reflektoren durch die notwendige Kühlluft, was die effektive UV-Dosis auf der Farbschicht weiter reduziert.

Drucker müssen diesen Leistungsabfall manuell durch eine Erhöhung der Lampenleistung oder eine Reduzierung der Maschinengeschwindigkeit kompensieren. Solche manuellen Eingriffe sind Fehlerquellen. LED-UV-Module hingegen garantieren über 20.000 Betriebsstunden eine nahezu konstante Leistung. Die Elektronik regelt die Intensität proportional zur Bahngeschwindigkeit. Das bedeutet: Die Härtungskinetik bleibt immer gleich, egal ob die Maschine mit 20 oder 200 Metern pro Minute läuft. Wenn die Härtung konstant bleibt, bleibt es auch das visuelle Erscheinungsbild der Farbe.

Einfluss auf die Rheologie und den Punktzuwachs

Im Schmalbahndruck, besonders im UV-Flexodruck, spielt der Punktzuwachs (Dot Gain) eine zentrale Rolle für die Farbtreue. Die Viskosität der UV-Farben ist temperaturabhängig. Da LED-Systeme die Umgebungstemperatur im Druckwerk nicht unnötig erhöhen, bleibt die Rheologie der Farbe in der Rasterwalze und auf dem Klischee stabil.

Ein stabiler Punktzuwachs sorgt dafür, dass Rasterverläufe und Halbtöne exakt so wiedergegeben werden, wie es in der Vorstufe definiert wurde. Bei herkömmlichen Systemen führt die Strahlungswärme oft dazu, dass die Farbe „dünnflüssiger“ wird. Dies kann zu einem unkontrollierten Verlaufen der Rasterpunkte vor der Härtung führen. LED-UV fixiert die Farbe (das sogenannte „Pinning“) innerhalb von Millisekunden mit einer Präzision, die thermische Einflüsse fast vollständig eliminiert.

Optimierte Photoinitiatoren für tiefenwirksame Härtung

Die Chemie der UV-Farben wurde in den letzten Jahren massiv an die LED-Technologie angepasst. Moderne LED-UV-Farben enthalten hochreaktive Photoinitiatoren, die exakt auf die Wellenlänge der LEDs abgestimmt sind. Dies führt zu einer effizienteren Durchhärtung, selbst bei hochpigmentierten Farben wie Deckweiß oder tiefem Schwarz.

Im Offsetdruck ist die Farbschichtdicke zwar geringer als im Flexodruck, doch hier ist die oxidative Trocknung kein Thema mehr. Die sofortige Polymerisation durch LED-UV verhindert das „Wegschlagen“ von Farbkomponenten in das Substrat. Die Pigmente bleiben an der Oberfläche, was die Brillanz und die Farbdichte erhöht. Da dieser Prozess digital gesteuert wird, ist das Ergebnis reproduzierbar – heute, morgen und in sechs Monaten.

Prozesssicherheit im Schmalbahndruck durch Sensorik

Moderne LED-UV-Anlagen sind oft mit integrierten Sensoren ausgestattet, die die UV-Abstrahlung in Echtzeit messen. Diese Daten fließen direkt in die Maschinensteuerung ein. Sollte eine LED-Gruppe nicht die spezifizierte Leistung erbringen, erhält der Bediener sofort eine Warnung.

Bei alten Quecksilbersystemen merkte man ein Nachlassen der Härtung oft erst, wenn die Farbe im Wickel ablegte oder die Gitterschnittprüfung fehlschlug. Zu diesem Zeitpunkt war oft schon eine große Menge Makulatur produziert worden. Die Prozesssicherheit von LED-Systemen ist somit ein direkter Garant für die Farbkonsistenz, da sie die Variable „Lichtquelle“ als Unsicherheitsfaktor fast komplett eliminiert.

Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Aspekte der Farbkonsistenz

Farbkonstanz ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch der Wirtschaftlichkeit. Weniger Makulatur beim Einrichten und während der Produktion spart teure Substrate und Farben. LED-UV-Systeme reduzieren den Energieverbrauch um bis zu 50 % im Vergleich zu herkömmlichen Systemen.

Zudem entfällt die Entsorgung giftiger Quecksilberlampen und die Ozonabsaugung. Für Druckereien im Schmalbahnsegment ist dies ein wichtiges Argument in der Kommunikation mit Markenartiklern, die zunehmend auf nachhaltige Lieferketten achten. Eine stabile Produktion ohne chemische Schwankungen ist der Kern moderner Industrie 4.0 Konzepte im Drucksaal.

Fazit für die Praxis

Wer heute im Schmalbahndruck wettbewerbsfähig bleiben will, kommt an der LED-UV-Technologie nicht vorbei. Die Kombination aus geringem Wärmeeintrag, konstanter Strahlungsleistung und präzise abgestimmter Farbchemie schafft eine Prozessstabilität, die mit konventionellen Mitteln kaum erreichbar ist.

Die Farbkonsistenz wird durch LED-UV von einer Herausforderung zu einer kalkulierbaren Größe. Für den Drucker bedeutet dies weniger Stress an der Maschine und für den Kunden ein Produkt, das weltweit und jederzeit exakt die gleichen Markenfarben repräsentiert. Die Investition in LED-UV ist somit primär eine Investition in die Vorhersehbarkeit von Qualität.

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