LED-UV-Härtung: Revolution in der Druckbranche
Die Druckbranche steht unter Druck – im wahrsten Sinne. Höhere Qualitätsansprüche, schnellere Produktionszyklen und die Forderung nach Nachhaltigkeit zwingen Unternehmen, Prozesse zu optimieren. Ein Schlüssel dazu liegt in der LED-UV-Aushärtung. Diese Technologie reduziert nicht nur Materialverluste, sondern hebt auch die Druckqualität auf ein neues Level.
Warum LED-UV-Systeme die Aushärtung verändern
Herkömmliche UV-Trockner nutzen Quecksilberdampflampen, die hohe Temperaturen erzeugen und langsame Startzeiten haben. LED-UV-Systeme arbeiten dagegen mit sofortiger Einsatzbereitschaft und kühleren Oberflächen. Das bedeutet: Kein Wärmestau auf Substraten wie dünnen Folien oder Papieren. Farben härten sekundenschnell aus, ohne zu schrumpfen oder ungleichmäßig zu trocknen.
Für Labeldruck, Flexodruck oder den schmalen Rollenoffset ist das entscheidend. Gerade bei empfindlichen Materialien wie PE-Folien oder selbstklebenden Etiketten verhindert die präzise Energieabgabe der LEDs unerwünschte Deformationen.
Makulatur reduzieren – so funktioniert’s
Makulatur entsteht oft durch unvollständig ausgehärtete Farben oder verzögerte Trocknungszeiten. LED-UV-Systeme minimieren diese Fehlerquellen durch exakte Steuerung der Wellenlängen. Die LED-Strahlen aktivieren Photoinitiatoren in der Farbe gezielt, sodass Bindemittel und Pigmente sofort stabil vernetzen.
In der Praxis heißt das: Weniger Testdrucke, weniger Nacharbeiten. Eine Druckerei aus Stuttgart berichtet von 40 % weniger Ausschuss seit der Umstellung auf LED-UV – bei gleicher Maschinenauslastung.
Flexodruck: Präzision trifft Geschwindigkeit
Im Flexodruck, besonders bei Verpackungen oder Schrumpfetiketten, ist die Farbübertragung auf unebene Oberflächen kritisch. Herkömmliche Trockner können hier zu „Hotspots“ führen, bei denen Farben partiell überhärten. LED-UV-Lösungen bieten gleichmäßige Energieverteilung, was Schattierungen und Farbversätze minimiert.
Ein Beispiel: Beim Druck von Weinflaschen-Etiketten mit metallischen Effekten ermöglicht die sofortige Aushärtung scharfe Konturen, ohne dass Silberpartikel verlaufen.
Offsetdruck: Kein Warten auf den Trocknungsprozess
Im Bogenoffset führt die schnelle Aushärtung zu direkter Weiterverarbeitung. Lacke oder Farben müssen nicht erst Stunden lagern, bevor gestapelt oder geschnitten wird. Das spart Platz und reduziert Transportrisiken.
Ein weiterer Vorteil: Da LED-UV keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) freisetzt, entfällt die Belüftungskosten für Lösemittel. Druckereien in Innenstädten oder Gewerbegebieten profitieren doppelt.
Schmalbahn: Effizienz auf engem Raum
Schmalbanddruckmaschinen für Labels oder Sicherheitsdrucke arbeiten oft mit begrenztem Platz. Kompakte LED-Module passen selbst in enge Maschinengehäuse und benötigen keine zusätzliche Kühlinfrastruktur.
Ein Anwender aus der Schweiz nutzt die Technologie für medizinische Etiketten: „Durch die sofortige Aushärtung können wir direkt nach dem Druck lackieren – ohne Zwischentrocknung. Das halbiert die Durchlaufzeit.“
Energiekosten vs. Investition: Eine Rechnung, die aufgeht
Zwar sind LED-UV-Systeme in der Anschaffung teurer als konventionelle Trockner. Die Einsparungen durch geringeren Energieverbrauch (bis zu 70 % weniger Strom) und reduzierte Makulatur gleichen dies jedoch aus.
Hinzu kommen niedrigere Wartungskosten: LEDs haben eine Lebensdauer von 20.000–30.000 Stunden, während Quecksilberlampen bereits nach 1.500–2.000 Stunden getauscht werden müssen.
Umweltaspekte: Mehr als nur ein Trend
Der Verzicht auf Quecksilber und ozonbildende Gase macht LED-UV zur nachhaltigen Wahl. Recyclingfähige Druckfarben und reduzierte Abfälle passen in CSR-Strategien moderner Unternehmen.
Fazit
LED-UV-Aushärtung ist kein Nischenprodukt mehr. Von der Etikettenherstellung bis zum Verpackungsdruck setzen Betriebe auf die Technologie, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer heute investiert, sichert sich nicht nur höhere Qualität, sondern auch eine effizientere, umweltbewusstere Produktion. Die Frage ist nicht ob, sondern wann der Umstieg kommt.




