LED-UV-Härtung im Flexodruck: Schnellere Prozesse, geringere Energiekosten

LED-UV-Härtung im Flexodruck Schnellere Prozesse, geringere Energiekosten

LED-UV-Härtung im Flexodruck: Warum die Technologie Prozesse revolutioniert

Die Flexodruckbranche steht vor einem Wendepunkt. Traditionelle Trocknungsmethoden wie Quecksilberdampflampen verlieren an Bedeutung, während LED-UV-Härtungssysteme immer häufiger zum Einsatz kommen. Der Grund liegt auf der Hand: kürzere Trocknungszeiten, niedrigere Energiekosten und umweltfreundlichere Prozesse. Doch wie genau funktioniert diese Technologie, und warum lohnt sich die Umstellung?


Wie LED-UV-Härtung im Flexodruck funktioniert

LED-UV-Lampen emittieren Licht in einem schmalen Wellenlängenbereich, der gezielt auf photoinitiatorhaltige Druckfarben abgestimmt ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen UV-Lampen entfällt der Warm-up-Zeitaufwand. Die Härtung beginnt sofort nach dem Einschalten – ideal für kurze Druckläufe oder häufige Farbwechsel. Durch die präzise Steuerung der Wellenlängen wird zudem überschüssige Wärmeentwicklung vermieden, was besonders bei temperaturempfindlichen Materialien wie dünnen Folien oder Etikettenpapieren kritisch ist.

Ein weiterer Vorteil: Die LED-Technologie ermöglicht eine homogene Lichtverteilung über die gesamte Druckbahn. Schattierungen oder ungleichmäßige Härtung, wie sie bei alten Systemen auftreten können, gehören damit der Vergangenheit an.


Energiekosten senken, ohne Kompromisse bei der Qualität

Energieeffizienz ist kein Buzzword, sondern ein harter Wirtschaftsfaktor. Herkömmliche UV-Lampen verbrauchen bis zu 70 % mehr Strom als LED-Systeme. Rechnet man die Einsparungen auf eine 8-Stunden-Schicht hoch, ergibt sich schnell ein vierstelliger Betrag pro Jahr – bei mittelgroßen Druckereien.

Doch Einsparungen entstehen nicht nur beim Stromverbrauch:

  • Geringere Abwärme reduziert den Kühlbedarf in Produktionshallen
  • Wegfall von Ersatzteilen wie Vorschaltgeräten oder Reflektoren
  • Längere Lebensdauer der LED-Lampen (bis zu 20.000 Betriebsstunden)

Praxisbeispiel: Eine deutsche Etikettendruckerei konnte nach Umstellung auf LED-UV die Trocknungsenergiekosten um 62 % senken, bei gleichzeitig um 40 % kürzeren Trocknungszeiten.


Materialvielfalt meets Nachhaltigkeit

LED-UV-gehärtete Farben haften nicht nur auf klassischen Flexodruck-Materialien wie PE oder PP. Auch schwierige Substrate wie metallisierte Folien oder temperaturinstabile PVC-Verpackungen lassen sich zuverlässig bedrucken. Der Clou: Da die Farben erst bei Lichteinwirkung aushärten, bleiben Druckwalzen länger reinigungsfähig. Farbwechselzeiten verkürzen sich um bis zu 30 %.

Umweltaspekte spielen eine immer größere Rolle. LED-UV-Systeme enthalten kein Quecksilber und produzieren kein Ozon. Für Betriebe in Deutschland, wo die gesetzlichen Vorgaben zur Chemikalienreduktion stetig strenger werden, ist das ein entscheidendes Argument.


Praxis-Tipps für die Umstellung

Wer auf LED-UV umrüsten möchte, sollte drei Faktoren besonders beachten:

  1. Farbauswahl: Nicht alle UV-Farben sind für LED-Wellenlängen optimiert. Arbeiten Sie mit Farbherstellern zusammen, die spezielle Formulierungen für 395-410 nm anbieten.
  2. Dosierung der Photoinitiatoren: Zu hohe Anteile können zu Oberflächenklebrigkeit führen. Testreihen mit unterschiedlichen Materialstärken sind unerlässlich.
  3. Anlagenkompatibilität: Ältere Flexodruckmaschinen benötigen oft Nachrüstungen. Prüfen Sie die Integration von Kühlaggregaten und die maximale Lampenleistung pro Druckstation.

Ein häufiger Fehler: die Unterschätzung der Reflektorausrichtung. Selbst moderne LED-Systeme erreichen nur dann optimale Härtungsergebnisse, wenn der Abstand zwischen Lampe und Substrat exakt berechnet wird. Hier lohnt sich die Zusammenarbeit mit Herstellern, die 3D-Simulationen der Lichtverteilung anbieten.


Zukunftssichere Investition oder Hype?

Kritiker argumentieren, die Anschaffungskosten lägen höher als bei konventionellen Systemen. Diese Rechnung ignoriert jedoch die Total-Cost-of-Ownership:

  • Geringere Stromrechnungen
  • Wegfall von Sondermüllentsorgungskosten für Quecksilberlampen
  • Höhere Druckgeschwindigkeiten bei gleicher Qualität

Hinzu kommen indirekte Vorteile wie verbesserte Arbeitssicherheit (keine UV-Überexposition) und Marketingpotenzial durch “grüne” Produktionsprozesse.


Fazit

Die Diskussion um LED-UV-Härtung im Flexodruck ist keine reine Technologiedebatte. Es geht um wettbewerbsfähige Produktionskosten, regulatorische Compliance und die Fähigkeit, auf Kundenwünsche nach nachhaltigen Verpackungslösungen zu reagieren. Druckereien, die jetzt investieren, positionieren sich nicht nur als Vorreiter, sondern sichern sich langfristige Kostenvorteile in einem hart umkämpften Markt.

Die Technologie ist ausgereift, die Einspareffekte belegt. Bleibt nur eine Frage: Wann starten Sie Ihren ersten Testlauf?

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