Schmalbahndruck mit Flexodruck: Wo Präzision auf Effizienz trifft
Im Bereich der Etikettenherstellung und Verpackungsdrucke hat sich der Schmalbahndruck mit Flexodruck als führende Technologie etabliert. Besonders bei kleinen Auflagen überzeugt das Verfahren durch kurze Rüstzeiten, minimale Materialverschwendung und eine beeindruckende Druckqualität. Die Kombination aus modernen Flexodruckmaschinen und LED-UV-Trocknungssystemen ermöglicht es, selbst komplexe Designs auf empfindlichen Materialien wie Folien, Papier oder Spezialbeschichtungen umzusetzen – ohne Kompromisse bei Farbbrillanz oder Haltbarkeit.
Warum Flexodruck für schmale Bahnen?
Flexodruck zeichnet sich durch flexible Druckplatten aus Photopolymer oder Gummi aus, die sich an unebene Oberflächen anpassen. Bei Schmalbahndruck (meist unter 500 mm Bahnbreite) spielt dies eine Schlüsselrolle: Ob runde Flaschenetiketten, schmale Verpackungsbänder oder technische Labels – die elastischen Platten garantieren einen gleichmäßigen Farbauftrag, selbst bei hohen Geschwindigkeiten. Durch den direkten Druck ohne Zwischenzylinder reduziert sich das Risiko von Passerdifferenzen, was bei kleinen Auflagen mit häufigen Motivwechseln entscheidend ist.
LED-UV-Trocknung: Schnell, präzise, energieeffizient
Herzstück moderner Flexodruckanlagen ist die LED-UV-Trocknung. Im Vergleich zu herkömmlichen Quecksilberdampflampen arbeitet diese Technologie mit gezielten Wellenlängen, die die UV-Farben innerhalb von Millisekunden aushärten. Das Ergebnis: keine Verschmutzung durch unvollständig getrocknete Farben, geringerer Energieverbrauch (bis zu 70 % weniger als konventionelle Systeme) und keine Wärmeentwicklung, die dünne Materialien verziehen könnte. Für kleine Auflagen bedeutet das weniger Ausschuss, schnellere Produktionszyklen und die Möglichkeit, auch temperaturempfindliche Substrate wie PE-Folien oder Schaumstoffe zu bedrucken.
Kleine Auflagen, große Herausforderungen
Bei Auflagen unter 10.000 Metern stehen Kosteneffizienz und Flexibilität im Vordergrund. Hier punktet der Flexodruck mit kurzen Trocknungszeiten, die Direktweiterverarbeitung ermöglichen – etwa beim Stanzen oder Laminieren. Durch den Einsatz von Vollautomaten zur Druckplattenreinigung und Farbversorgung lassen sich Rüstzeiten weiter optimieren. Ein Praxisbeispiel: Ein Weingut benötigt jährlich 20 verschiedene Etikettenvarianten in Auflagen von je 500 Stück. Mit einer Flexodruckmaschine und UV-Trocknung können alle Designs in einer Produktionswoche realisiert werden, ohne dass Farbwechsel oder Trocknungszeiten den Prozess verzögern.
Materialvielfalt meets Designfreiheit
Ob matt glänzende Premiumetiketten, scharfkantige QR-Codes oder hauchdünne Sicherheitsfolien – die Kombination aus Flexodruck und UV-Trocknung meistert nahezu alle Anforderungen. Spezialfarben wie Metallic-Töne oder fluoreszierende Pigmente haften dank der Soforttrocknung perfekt, ohne in die Materialoberfläche einzudringen. Für Recyclingmaterialien oder kompostierbare Verpackungen bietet die Technologie zudem umweltverträgliche Farben auf Wasserbasis, die unter UV-Licht ebenso zuverlässig polymerisieren.
Flexodruck vs. Offset: Wann lohnt sich welches Verfahren?
Während der Offsetdruck bei großen Auflagen mit glatten Oberflächen preisliche Vorteile bietet, gewinnt der Flexodruck bei speziellen Anforderungen:
- Druck auf strukturierten Oberflächen (geprägte Papiere, Gewebe)
- Kombination von Deckfarben und Durchdruckelementen
- Kurze Trocknungszeiten für mehrlagige Drucke
- Hohe Farbdichte bei dunklen Materialien
Ein Hybridansicht gewinnt an Bedeutung: Maschinen, die Flexo- und Digitaldruck kombinieren, ermöglichen variable Daten (Seriennummern, Barcodes) in Kleinstauflagen – ideal für Pharmalabels oder elektronische Bauteile.
Zukunftsaussichten: Smarte Steuerung, nachhaltige Prozesse
Die nächste Generation von Schmalbahndruckmaschinen integriert IoT-Sensoren zur vorausschauenden Wartung und automatischen Farbdosierung. LED-UV-Systeme werden noch kompakter, bei gleichzeitig höherer Leistungsdichte. Ein Trend geht zu UV-LEDs mit variablen Wellenlängen, die unterschiedliche Farbtypen optimal aushärten – wichtig für Spezialanwendungen wie lebensmittelverträgliche Drucke oder Elektronikbeschichtungen.
Im Fokus steht auch die Kreislaufwirtschaft: Druckfarben auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die sich beim Recycling vollständig von den Materialien trennen lassen. Pilotprojekte mit UV-gehärteten Farben aus modifizierten Pflanzenölen zeigen bereits, dass Umweltschutz und Druckqualität keine Gegensätze sein müssen.
Fazit
Die Symbiose aus Schmalbahndruck, Flexotechnologie und LED-UV-Trocknung hat Nischenanwendungen zu einem effizienten Geschäftsfeld gemacht. Wo früher Mindestmengen und lange Vorlaufzeiten den Markt bestimmten, ermöglicht das Verfahren heute wirtschaftliche Kleinstauflagen mit industrieller Qualität – eine Schlüsselkompetenz für Druckdienstleister im Zeitalter individualisierter Produkte.




