Produktionsoptimierung: Wie Flexodruck und LED-UV die Makulatur reduzieren

Produktionsoptimierung Wie Flexodruck und LED-UV die Makulatur reduzieren

In der Druckbranche zählt jede Rolle Material – Makulatur ist nicht nur teuer, sondern auch ein ökologisches Ärgernis. Moderne Kombinationen aus Flexodruckverfahren und LED-UV-Härtung revolutionieren die Produktion, besonders bei Etikettendruck, Verpackungen und schmalen Bahnen.

Flexodruck: Präzision trifft Effizienz
Beim Flexodruck überzeugen flexible Druckplatten aus Fotopolymer durch ihre Anpassungsfähigkeit. Auf rauen Oberflächen von PE-Folien oder glatten Weinflaschenetiketten liefert das Verfahren scharfe Konturen. Der Clou: Durch präzise Farbdosierung über Aniloxwalzen entsteht weniger Überdruck – eine Hauptursache für Makulatur. Moderne Servomotoren an Maschinen wie der Mark Andy Performance Series ermöglichen Farbwechsel in 90 Sekunden, was Stillstandszeiten und Materialverbrauch beim Rüsten minimiert.

LED-UV vs. konventionelle Trocknung
Herkömmliche Quecksilberdampflampen benötigen Minuten zum Aushärten, verursachen Wärmeentwicklung und oxidieren Druckfarben. LED-UV-Licht mit 365-405 nm Wellenlänge härtet acrylathaltige Farben sekundenschnell aus. Das Ergebnis: Kein Einlaufen dünner Folien, keine Farbverschmietung auf saugfähigen Materialien wie Kraftpapier. Unternehmen wie Flint Group entwickeln Hybridfarben, die sowohl mit LED-UV als auch traditionellen Systemen kompatibel sind.

Case Study: Schmalbahn-Druck optimiert
In einer süddeutschen Druckerei reduzierte der Umstieg auf LED-UV bei 80 m/min Bahngeschwindigkeit den Ausschuss um 37%. Entscheidend war die sofortige Härtung nach dem Druckwerk – Farbübertragung beim Wickeln entfiel komplett. Die Taktzeit für Außenhülsen von Kabeltrommeln sank von 8 auf 5 Stunden täglich.

Materialkompatibilität im Fokus
Nicht jedes Substrat verträgt UV-Strahlung. Bei dünnen BOPP-Folien unter 30 µm kann Überhitzung zu Wellbildung führen. Lösungen:

  • Phasenverschobene LED-Arrays mit 25% Überlappung
  • Kühlrippen an Strahlerköpfen
  • IR-arme Spektrumseinstellung

Gleichzeitig eröffnen UV-härtende Lacke neue Möglichkeiten: Glanzgradienten auf Kosmetikverpackungen oder taktile Effekte für Blindenschrift-Etiketten – alles in einem Durchlauf.

Energiebilanz und ROI
LED-UV-Systeme verbrauchen bis zu 70% weniger Energie als herkömmliche Trockner. Bei einer 8-Farben Nilpeter-Maschine amortisieren sich die Mehrkosten durch:

  • Geringere Ausschussquote (2,8% vs. 6,5%)
  • Wegfall von Schutzgasen bei oxidativer Trocknung
  • Reduzierte Wartung (keine Elektrodenwechsel)

Druckereien berichten von ROI-Zeiten unter 18 Monaten, besonders bei Sonderfarben und kurzen Auflagen.

Hybridansätze: Flexo meets Offset
Kombinationsmaschinen wie die Gallus RCS 430 integrieren Flexo- und Offsetwerke. UV-härtende Offsetfarben ermöglichen Feinstrukturen (bis 200 lpi), während Flexo-Elemente deckende Volltöne liefern. Durch simultanes Härten beider Druckverfahren entfallen Zwischentrocknungszeiten – ideal für komplexe Security-Labels mit Mikroschrift und Guillochen.

Die Zukunft gehört adaptiven Systemen: Sensorgesteuerte LED-UV-Intensität passt sich in Echtzeit an Bahngeschwindigkeit und Farbauftrag an. Machine-Learning-Algorithmen prognostizieren den optimalen Härtungspunkt basierend auf Substratfeuchte und Umgebungstemperatur. Wer heute in diese Technologien investiert, sichert sich nicht nur Kostenvorteile, sondern positioniert sich als Vorreiter der ressourceneffizienten Produktion.

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