Herausforderungen im Flexodruck und wie UV-härtende Systeme helfen, diese zu meistern

Herausforderungen im Flexodruck und wie UV-härtende Systeme helfen, diese zu meistern

Flexodruck ist eine der vielseitigsten Drucktechniken – ob für Etiketten, Verpackungen oder schmale Bahnenmaterialien. Doch selbst Profis stoßen regelmäßig an Grenzen. Zu langsame Trocknungszeiten bei wasserbasierten Farben? Uneinheitliche Haftung auf unterschiedlichen Substraten? Oder dieses ewige Dilemma zwischen Produktivität und Energieverbrauch? Hier kommt UV-Härtung ins Spiel, besonders mit modernen LED-Systemen.

Traditionelle Trocknungsmethoden bremsen oft den Workflow. Konventionelle UV-Lampen benötigen Minuten zum Aufheizen, verbrauchen enorme Energiemengen und erzeugen Hitze, die dünne Folien oder temperaturempfindliche Materialien verziehen lässt. Bei der Etikettenproduktion kann das zu Ausschussraten führen, die jeden Kostenplan sprengen. LED-UV-Systeme starten dagegen sofort, arbeiten kalt und reduzieren den Stromverbrauch um bis zu 70%. Ein Druckbetrieb aus Stuttgart berichtet nach der Umstellung von 15% höheren Durchsatzraten bei gleichzeitiger Senkung der CO₂-Bilanz.

Das Problem der Haftungsvariabilität kennt jeder, der auf Kunststoffen, metallisierten Oberflächen oder recyclingfähigen Materialien druckt. Herkömmliche Farben verlieren hier schnell an Halt – besonders bei Feuchtigkeit oder mechanischer Belastung. UV-härtende Chemie polymerisiert dagegen sekundenschnell zu einem vernetzten Polymernetzwerk. Das Ergebnis: glänzende, kratzfeste Oberflächen, die selbst auf Polyolefin-Folien haften wie eingeschweißt. Ein Hersteller von Getränkeetiketten reduzierte Retouren um 40%, nachdem er auf UV-härtende Pigmenttinten umstieg.

Engpässe bei der Farbmischung? Im Flexodruck oft ein Thema, besonders bei Sonderfarben oder kurzen Auflagen. UV-Systeme ermöglichen dünnere Farbschichten ohne Qualitätseinbußen – präzise Farbübertragung auch bei feinsten Rasterpunkten. Kombiniert mit schnell wechselbaren Aniloxrollen entfällt stundenlanges Reinigen zwischen Farbwechseln. Eine Druckerei in Bayern verkürzte so Rüstzeiten um 30%, was bei Kleinserien den Break-even deutlich senkt.

Was viele unterschätzen: Die Kompatibilität mit Hybriddruckverfahren. Immer mehr Betriebe kombinieren Flexo- mit Digitaldruckeinheiten. Hier stören herkömmliche Trockner durch Ozonausstoß und Platzbedarf. LED-UV-Module lassen sich modular integrieren, benötigen keine Abluftsysteme und härten auch Digitaltinten zuverlässig aus. Ein Praxisbeispiel: Ein Verpackungsdrucker setzt jetzt inline sowohl Flexo-Prägedruck als auch digitale Variable-Data-Elemente – alles in einem Durchlauf.

Umweltauflagen werden zum Kostentreiber? Die Zeiten, wo UV-Druck mit Lösungsmitteln gleichgesetzt wurde, sind vorbei. Moderne UV-Harze auf Basis nachwachsender Rohstoffe, kombiniert mit LED-Technologie, erfüllen selbst die EU-Ecolabel-Standards. Keine flüchtigen organischen Verbindungen, kein Quecksilber, keine Entsorgungskosten für verbrauchte Lampen. Ein österreichischer Etikettendrucker spart jährlich fünfstellige Summen allein durch wegfallende Sondermüllgebühren.

Die größte Hürde bleibt oft die Anfangsinvestition. Doch Rechenbeispiele zeigen: Die Amortisation liegt bei durchschnittlicher Auslastung unter zwei Jahren. Zuschüsse für Energieeffizienzmaßnahmen oder Ökostrom-Subventionen verkürzen diesen Zeitraum weiter. Und vergessen wir nicht den Imagetransfer – „CO₂-neutraler Druck“ wird zum USP im B2B-Vertrieb.

Letzter Tipp: Testen Sie UV-Systeme nicht isoliert. Der echte Mehrwert entsteht, wenn Anlagentechnik, Farbchemie und Prozessparameter synchron optimiert werden. Einige Hersteller bieten Pilotprojekte mit risikofreier Testphase an. Nutzen Sie das, um eigene Use Cases zu validieren – vom Haftungstest auf neuem Recycling-Kunststoff bis zur inline-Veredelung mit Strukturlack.

Die Branche bewegt sich weg vom „Drucken als notwendiges Übel“ hin zu added-value-Oberflächen. Ob taktile Effekte, matte Schutzschichten oder metallische Optiken – mit UV-Härtung wird die Druckmaschine zur multifunktionalen Finish-Station. Wer hier jetzt investiert, sichert sich nicht nur Effizienz, sondern auch Differenzierung im hart umkämpften Markt.

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