Flexodruck und Etikettenveredelung: Neue Möglichkeiten mit UV-Härtungssystemen
Die Welt der Drucktechnologie entwickelt sich rasant – besonders im Bereich der Etikettenherstellung und Veredelung. UV-Härtungssysteme, insbesondere LED-basierte Lösungen, revolutionieren dabei Prozesse in der Flexo-, Offset- und Schmalbahnendruckbranche. Hier erfährst du, wie diese Technologien neue Spielräume schaffen.
UV-Härtung: Schneller, präziser, nachhaltiger
Traditionelle Trocknungsmethoden haben oft Grenzen: lange Wartezeiten, Energieineffizienz oder eingeschränkte Materialkompatibilität. Moderne UV-Systeme nutzen Lichtwellen, um Druckfarben und Lacke sekundenschnell zu härten. LED-UV-Technologie geht noch weiter – sie reduziert den Energieverbrauch um bis zu 70 % im Vergleich zu herkömmlichen Quecksilberdampflampen.
Dank präziser Wellenlängensteuerung lassen sich selbst hitzeempfindliche Materialien wie dünne Folien oder empfindliche Papiersorten verarbeiten. Kein Schrumpfen, kein Verziehen. Für Etiketten mit komplexen Veredelungsschichten bedeutet das: höchste Qualität ohne Kompromisse.
Flexodruck 2.0: Schärfere Konturen, lebendigere Farben
Im Flexodruck sind UV-Systeme ein Gamechanger. Herkömmliche Farben neigen zum „Dot Gain“ – unerwünschtes Ausbreiten der Rasterpunkte. UV-Farben härten sofort, was präzisere Druckbilder ermöglicht. Das Ergebnis: schärfere Schriftzüge, gleichmäßigere Flächen und intensivere Farbtiefe.
Für Etiketten mit metallischen Effekten oder glänzenden Oberflächen ist die Kombination aus Flexodruck und UV-Veredelung ideal. Lacke können selektiv aufgetragen werden – ob matter Schutzlack oder hochglänzende Akzente.
Etikettenveredelung: Mehr als nur Druck
Ein Etikett muss nicht nur informieren, sondern auch überzeugen. UV-Systeme ermöglichen Techniken wie:
- Strukturlacke: Erzeugen haptische Effekte – von samtig bis reliefartig.
- Kaltfolienprägung: Metallische Elemente ohne Hitze applizieren.
- Schnelltrocknende Overlays: Schutzschichten, die Kratzer und Chemikalien abwehren.
Dank sofortiger Härtung lassen sich mehrere Veredelungsschritte inline kombinieren. Kein Warten zwischen Druck, Lackierung und Folienapplikation.
Offsetdruck profitiert mit
Auch im Offsetbereich spielt UV-Härtung ihre Stärken aus. Die Technik minimiert das Problem des „Set-Off“ – unerwünschter Farbübertragung bei stapelbaren Bogen. Durch sofortige Trocknung entstehen keine Schmutzpartikel oder Klebeeffekte.
Für Etiketten mit hohen Auflagen bedeutet das: weniger Ausschuss, konsistente Qualität über die gesamte Produktion. Hybridmaschinen kombinieren Offset für feine Details mit Flexo für Deckfarben – alles in einem Durchlauf.
Schmalbahnendruck: Effizienz trifft Kreativität
In der Schmalbahnendruckbranche (Narrow Web) sind kompakte UV-Systeme besonders gefragt. LED-Module passen in engste Maschinenlayouts und härten selbst hochviskose Silikonfarben oder Klebstoffe.
Anwendungen wie Sicherheitsetiketten profitieren: Mikroprägungen oder fluoreszierende Marker lassen sich ohne Qualitätsverlust verarbeiten. Gleichzeitig sinken Stillstandzeiten – die Maschine läuft nahtlos von Rolle zu Rolle.
Umweltaspekte: Nicht nur ein Trend
LED-UV-Systeme verzichten auf ozonbildende Quecksilberlampen. Keine Lüftungssysteme für schädliche Dämpfe, weniger CO₂-Emissionen. Auch die Farben selbst enthalten oft weniger flüchtige organische Verbindungen (VOCs).
Für Druckereien wird Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil – Kunden fordern zunehmend umweltzertifizierte Produktionsprozesse.
Zukunftsmusik: Was kommt danach?
Die nächste Evolutionsstufe sind UV-Hybridsysteme, die unterschiedliche Wellenlängen kombinieren. Damit könnten künftig selbst 3D-Strukturen oder thermochrome Farben (wechselnde Farbtöne bei Temperaturänderung) inline verarbeitet werden.
Eines ist klar: UV-Härtungssysteme sind kein Nischenphänomen mehr. Sie definieren die Zukunft der Druckbranche neu – effizienter, kreativer und nachhaltiger.




