Flexodruck mit UV-härtendem System: Effiziente und nachhaltige Lösung für Druckereien

Flexodruck mit UV-härtendem System Effiziente und nachhaltige Lösung für Druckereien

Flexodruck mit UV-härtenden Systemen hat sich in den letzten Jahren zum Game-Changer für Druckereien entwickelt – besonders wenn es um Geschwindigkeit, Materialvielfalt und Umweltbilanz geht. Die Kombination aus moderner LED-UV-Technologie und flexiblen Druckplatten eröffnet neue Möglichkeiten, die selbst anspruchsvolle Kundenprojekte wirtschaftlich machbar machen. Wer heute in der Labelproduktion, Verpackungsherstellung oder im Narrow-Web-Bereich wettbewerbsfähig bleiben will, kommt an dieser Technologie kaum vorbei.

Was UV-Flexodruck von konventionellen Methoden unterscheidet? Der Schlüssel liegt in der Trocknungsphase. Herkömmliche oxidative Trocknung benötigt Stunden, während UV-Härtung die Farbe in Sekundenbruchteilen durch Photopolymerisation aushärtet. Das Ergebnis: Drucke, die sofort weiterverarbeitet werden können – ohne Wartezeiten oder Zwischenlagerung. Für Betriebe mit Just-in-Time-Produktion bedeutet das eine Produktivitätssteigerung von bis zu 40%.

Die Vorteile der LED-UV-Härtung gehen weit über Geschwindigkeit hinaus. Im Vergleich zu Quecksilberdampflampen verbrauchen moderne LEDs bis zu 70% weniger Energie. Keine Aufheizphase, keine Wärmeentwicklung im Druckprozess, keine Ozonbildung. Für Druckereien, die ihre CO2-Bilanz optimieren müssen, wird diese Technologie zum strategischen Werkzeug. Ein Praxisbeispiel: Eine mittelständische Etikettendruckerei reduzierte ihren Stromverbrauch in der Trocknung um 62%, nachdem sie auf UV-LED umstellte.

Materialkompatibilität wird im Flexodruck oft zur Herausforderung. UV-Systeme lösen dieses Problem elegant. Durch sofortige Härtung haftet die Farbe selbst auf schwierigen Substraten wie PE-Folien, Metallisierungen oder temperaturempfindlichen Materialien. Die geringere Schichtdicke der UV-Farben ermöglicht schärfere Raster und feinere Linien – entscheidend für Sicherheitsetiketten oder hochauflösende Verpackungsdesigns. Tests zeigen, dass sich mit UV-Flexo Rasterweiten unter 60 l/cm realisieren lassen, während wasserbasierte Systeme bei etwa 48 l/cm an Grenzen stoßen.

Nachhaltigkeit wird im Druckgewerbe immer mehr zum Kostenfaktor. UV-Farben enthalten keine Lösungsmittel, reduzieren VOC-Emissionen auf nahezu Null und machen teure Abluftfilter überflüssig. Die Recyclingfähigkeit der bedruckten Materialien bleibt erhalten, da keine chemischen Weichmacher in den Substraten zurückbleiben. Ein Blick auf die Chemie: Moderne UV-Harze basieren auf nachwachsenden Rohstoffen wie Sojaöl-Derivaten oder modifizierten Acrylat-Systemen, die bis zu 30% Bio-Anteil erreichen.

Die Umstellung von traditionellen Druckverfahren erfordert Know-how. Entscheidend ist die Abstimmung zwischen Farbe, Aniloxwalze und LED-Intensität. Ein häufiger Fehler: Zu hohe Viskosität der UV-Farbe kombiniert mit falscher Anilox-Rasterung führt zu ungleichmäßiger Farbübertragung. Erfahrene Techniker setzen auf Aniloxwalzen mit Volumen zwischen 4-8 cm³/m² und Rasterzahlen von 600-1200 lpi, abhängig vom gewünschten Farbauftrag. Die LED-Leistung sollte zwischen 8-12 W/cm² liegen, wobei die Wellenlänge (meist 395 nm) exakt auf das Photoinitiator-Spektrum der Farbe abgestimmt sein muss.

Kosten-Nutzen-Rechnungen überzeugen selbst skeptische Betriebsleiter. Zwar liegen die Anschaffungskosten für UV-Systeme 15-20% über konventionellen Anlagen, aber die Einsparungen sprechen für sich:

  • 90% weniger Energieverbrauch in der Trocknung
  • 30-50% höhere Maschinenauslastung durch wegfallende Trockenzeiten
  • 70% Reduktion von Ausschuss durch sofortige Qualitätskontrolle
  • 100% recycelbare Restfarbe (kein Antrocknen in Aniloxwalzen)

Im direkten Vergleich zu Offsetdruck zeigt UV-Flexo seine Stärken bei kurzen bis mittleren Auflagen. Während Offset erst ab 5.000 Druckbögen wirtschaftlich wird, rechnet sich der Flexodruck bereits ab 500 Stück. Die Makulatur reduziert sich um bis zu 40%, da keine Einfärbezeit benötigt wird. Für personalisierte Verpackungen oder regionale Marketingkampagnen mit häufigen Designwechseln ist das System ideal.

Die Zukunft gehört hybriden Lösungen. Kombianlagen, die Flexo-, Digital- und Siebdruck mit UV-Härtung verbinden, ermöglichen Effekte, die früher nur mit aufwendigen Mehrfachdurchläufen möglich waren. Denkbar sind etwa matte UV-Varnishes über digital gedruckten Metalliceffekten oder haptische Strukturen im Flexodruck kombiniert mit fluoreszierenden Siebdruckfarben – alles in einem Durchlauf.

Wer jetzt in UV-Flexodruck investiert, sichert sich nicht nur technologische Vorteile, sondern positioniert sich als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Die Technologie passt perfekt in Kreislaufwirtschaftskonzepte, erfüllt die strengsten Umweltrichtlinien wie EuPIA oder REACH und entspricht dem wachsenden Kundenwunsch nach “grünen” Drucklösungen. Letztlich entscheidet nicht die Maschine, sondern das Know-how im Team – gut ausgebildete Techniker, die die Parameter von Viskosität bis Wellenlänge perfekt aufeinander abstimmen, machen den wahren Unterschied.

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