Der Flexodruck, insbesondere im Bereich des schmalbahnigen Etikettendrucks, ist ein dynamisches Feld, das ständig nach Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen sucht. Eine Technologie, die hierbei eine entscheidende Rolle spielt, ist die UV-LED-Härtung. Diese modernen Systeme bieten signifikante Vorteile gegenüber traditionellen UV-Quecksilberdampflampen und anderen Trocknungstechnologien. Sie ermöglichen nicht nur eine schnellere Produktion, sondern auch eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten.
Traditionelle UV-Härtung und ihre Nachteile
Vor der Verbreitung von UV-LED-Technologien dominierten Quecksilberdampflampen den Markt für UV-Härtung im Druck. Diese Lampen waren lange Zeit der Standard, da sie eine breite Palette von UV-Spektren abdecken konnten, was für die Härtung verschiedenster Tinten und Lacke notwendig war. Allerdings sind mit ihrer Anwendung erhebliche Nachteile verbunden.
Erstens erzeugen Quecksilberdampflampen viel Wärme. Diese Wärme kann nicht nur die Substrate, insbesondere dünne Folien und Papiere, beschädigen und zu Verformungen führen, sondern auch die Druckmaschine selbst belasten. Eine ständige Kühlung der Druckzylinder und des Druckmaterials ist oft unerlässlich, was zusätzliche Energie und Komplexität bedeutet.
Zweitens ist die Lebensdauer von Quecksilberdampflampen begrenzt und ihre Leistung nimmt mit der Zeit ab. Dies erfordert regelmäßige und kostspielige Lampenwechsel. Zudem ist die Entsorgung von ausgedienten Quecksilberdampflampen aufgrund des enthaltenen Quecksilbers umweltschädlich und unterliegt strengen Vorschriften, was weitere Kosten verursacht.
Drittens ist der Energieverbrauch von Quecksilberdampflampen sehr hoch. Sie benötigen eine erhebliche Strommenge, um ihre volle Leistung zu entfalten, und ein Großteil dieser Energie wird als Wärme und nicht als nutzbares UV-Licht abgegeben. Dies schlägt sich direkt in höheren Betriebskosten nieder.
Viertens erfordern Quecksilberdampflampen oft eine Aufheiz- und Abkühlzeit. Sie können nicht sofort nach dem Einschalten ihre volle Härtungsleistung erbringen und müssen nach Gebrauch langsam abkühlen. Dies verlangsamt den Produktionsfluss, insbesondere bei Maschinenstarts und -stopps.
Die Vorteile von UV-LED-Härtungssystemen
UV-LED-Härtungssysteme nutzen Leuchtdioden (Light Emitting Diodes), um UV-Licht zu erzeugen. Diese Technologie hat sich als revolutionär erwiesen und bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die direkt zu Kosteneinsparungen im Flexodruck führen.
- Reduzierter Energieverbrauch
Einer der bedeutendsten Vorteile von UV-LEDs ist ihr deutlich geringerer Energieverbrauch. Im Vergleich zu Quecksilberdampflampen verbrauchen LEDs nur einen Bruchteil der Energie, um die gleiche Härtungsintensität zu erreichen. Dies liegt daran, dass LEDs ihre Energie sehr effizient in UV-Licht umwandeln und kaum Wärme abgeben. Die Einsparungen bei den Stromkosten können erheblich sein, insbesondere in Produktionsumgebungen, die über mehrere Druckmaschinen und lange Betriebszeiten verfügen.
- Längere Lebensdauer und geringere Wartungskosten
UV-LED-Module haben eine wesentlich längere Lebensdauer als Quecksilberdampflampen. Während Quecksilberdampflampen oft nur wenige tausend Stunden halten, können LEDs problemlos 20.000 bis 50.000 Stunden und mehr Betriebszeit erreichen. Diese Langlebigkeit reduziert die Häufigkeit von Lampenwechseln drastisch, was nicht nur Kosten für neue Lampen spart, sondern auch die Ausfallzeiten der Maschine minimiert. Weniger Wartung bedeutet mehr Produktionszeit und damit höhere Rentabilität.
- Geringere Wärmeentwicklung und Substratverträglichkeit
UV-LEDs emittieren Licht in einem sehr schmalen Wellenlängenbereich und produzieren dabei nur minimale Wärme. Dies ist ein entscheidender Vorteil beim Druck auf wärmeempfindlichen Materialien wie dünnen Folien, Kunststoffen oder bestimmten Papierarten, die beim Einsatz von Quecksilberdampflampen leicht schmelzen oder sich verformen können. Die geringe Wärmeentwicklung reduziert den Bedarf an aufwendigen Kühlsystemen, was weitere Kosten und technische Komplexität spart. Dies ermöglicht den Einsatz einer breiteren Palette von Substraten und erhöht die Flexibilität im Produktionsprozess.
- Sofortige Ein- und Ausschaltung
UV-LEDs können sofort ein- und ausgeschaltet werden, ohne dass eine Aufheiz- oder Abkühlzeit erforderlich ist. Dies bedeutet, dass sie nur dann Energie verbrauchen, wenn tatsächlich gedruckt wird. Bei Maschinenstopps, Farbwechseln oder Druckpausen können die LEDs einfach ausgeschaltet werden. Dies führt zu weiteren Energieeinsparungen und erhöht die Gesamteffizienz des Produktionsablaufs. Die Reaktionszeit der LEDs verkürzt Wartezeiten und beschleunigt den Workflow.
- Umweltfreundlichkeit und Sicherheit
UV-LED-Härtungssysteme enthalten keine gefährlichen Stoffe wie Quecksilber. Dies vereinfacht die Entsorgung und macht den Betrieb sicherer für Mitarbeiter und Umwelt. Zudem ist der geringere Energieverbrauch ein direkter Beitrag zur Reduzierung des CO2-Fußabdoxins. Die geringere Wärmeemission reduziert auch die Belastung für das Arbeitsumfeld.
Anwendung im Schmalbahn-Etikettendruck
Der Schmalbahn-Etikettendruck ist ein Hauptanwendungsgebiet für UV-LED-Härtungssysteme. Hier sind die Anforderungen an Geschwindigkeit, Druckqualität und Materialflexibilität besonders hoch.
Im Flexodruck für Etiketten werden oft unterschiedliche UV-härtende Tinten und Lacke eingesetzt. UV-LEDs können spezifische Wellenlängen emittieren, die genau auf die Absorptionseigenschaften dieser Tinten abgestimmt sind. Dies gewährleistet eine effiziente und vollständige Härtung des Druckbildes, was für Haltbarkeit, Kratzfestigkeit und chemische Beständigkeit unerlässlich ist.
Die Möglichkeit, auf einer Vielzahl von Substraten zu drucken, von Papier über verschiedene Kunststoffe bis hin zu Metallfolien, wird durch die geringe Wärmeentwicklung der UV-LEDs erheblich erleichtert. Dies eröffnet Etikettendruckereien neue Geschäftsmöglichkeiten und ermöglicht die Produktion innovativer Etikettenlösungen.
Die gesteigerte Geschwindigkeit, die durch die sofortige Härtung und den effizienten Prozess möglich wird, erlaubt es Druckereien, mehr Aufträge in kürzerer Zeit abzuarbeiten. Dies steigert die Produktionskapazität und reduziert die Stückkosten pro Etikett.
Kostenbetrachtung: Investition und Amortisation
Obwohl die anfängliche Investition in UV-LED-Härtungssysteme höher sein kann als bei traditionellen UV-Lampen, machen sich die langfristigen Einsparungen schnell bemerkbar.
Die reduzierten Energiekosten, die wegfallenden Kosten für Lampenersatz und Entsorgung sowie die Einsparungen durch weniger Wartung und geringere Ausfallzeiten führen zu einer schnellen Amortisation der Anschaffungskosten. Viele Druckereien berichten, dass sich die Investition innerhalb von ein bis zwei Jahren amortisiert hat.
Darüber hinaus ermöglichen die gesteigerte Produktivität und die Fähigkeit, auf einer breiteren Palette von Materialien zu drucken, neue Geschäftsfelder zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Zusammenfassung und Ausblick
UV-LED-Härtungssysteme haben sich als eine überlegene Technologie für die UV-Härtung im Flexodruck etabliert. Ihre Fähigkeit, den Energieverbrauch zu senken, die Lebensdauer zu verlängern, die Wärmeentwicklung zu minimieren und eine sofortige Härtung zu ermöglichen, führt zu erheblichen Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen.
Für Unternehmen im Etikettendruck und anderen Bereichen des Flexodrucks ist die Umstellung auf UV-LED-Technologie eine strategische Entscheidung, die die Produktionskosten senkt, die Umweltbelastung reduziert und die Wettbewerbsposition nachhaltig stärkt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der LED-Technologie verspricht zukünftig noch weitere Verbesserungen in Bezug auf Effizienz und Leistungsfähigkeit.




